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News - S-Bahn-Spende hilft der Bürgerstiftung Berlin, Projekte für Kinder zu realisieren

Spielend sprechen lernen und den Wortschatz aufbauen

01.02.2010

Einen bunten Strauß von Projekten, die Babys, Kindern und Schülern in sozialen Brennpunkten der Stadt zugute kommen, realisiert die Bürgerstiftung Berlin mit der Spende der S-Bahn Berlin.

So haben sich im Bezirk Wedding beispielsweise zehn Kindertagesstätten zu einem Verbund zusammengeschlossen, in dem ein sogenanntes Bilderbuchkino gezeigt wird und wo ehrenamtliche Lesepaten der Bürgerstiftung Berlin die Lust am Lesen über das Bilderbuch fördern.

„Da leider viele Eltern mit ihren Kleinkindern keine Bilderbücher mehr anschauen, haben diese Kinder ein Defizit an Vorstellungen und Wörtern und einen zu kleinen Alltagswortschatz, wenn sie eingeschult werden, erklärt Dr. Helena Stadler, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Berlin. In dem speziellen Kino werden die Bilder an die Wand projiziert, um gemeinsam über sie zu sprechen. Die Geschichte wird dazu in Deutsch und Türkisch vorgelesen.

Alternativer Titel für BildIm Bilderbuchkino werden Geschichten
in Deutsch und Türkisch vorgelesen.
Das Projekt „Spielen lernen“ setzt noch früher an: „Hebammen und Kinderärzte schlagen Alarm, weil sie beobachten, dass gerade junge Eltern Probleme haben, ihren Babys und Kleinkindern die nötige Zuwendung und Ansprache zu geben.

Für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist es von zentraler Wichtigkeit, dass es eine sichere Bindung und genug Anregung durch die Eltern erfährt. Derzeit wird dazu ein Beratungs- und Weiterbildungsangebot vorbereitet.

Auch das Vorlesen gehört zu den Angeboten der Bürgerstiftung: Rund 250 ehrenamtliche Lesepaten konnten in der Stadt gewonnen werden, die in Kitas und Grundschulen die Rolle der Märchentante beziehungsweise des -onkels übernehmen.

Damit sie dabei Gehör finden und den Geschmack ihres jungen Publikums treffen, werden die Ehrenamtlichen an der Freien Universität im Weiterbildungsreferat geschult.

Das Programm, das inzwischen mehr als 70 Workshops pro Semester umfasst, bietet Unterstützung bei Fragen, die im Schul- und Familienalltag wichtig geworden sind, und reichen von der Vorlesetechnik bis zu Literaturtipps, wie man Jungs mit Migrationshintergrund am besten zum Lesen animiert.

„Ein Teil der S-Bahn-Spende wird in die Weiterbildung gesteckt“, informiert Helena Stadler. Dazu gehört auch eine von der Bürgerstiftung organisierte Tagung, die im Juni stattfinden soll und die zum Ziel hat, dass das Erfahrungswissen der Lesepaten ausgetauscht, mit Experten diskutiert und als Memorandum den Bildungspolitikern zur Verfügung gestellt wird. „2010 werden wir Pilotprojekte im frühkindlichen Bildungsbereich und in der Umwelt-Pädagogik auf den Weg bringen.

Die Spende der S-Bahn Berlin dient aber vor allem auch dazu, das Erreichte nachhaltig zu verankern, das heißt den inzwischen schon 300 engagierten Lese-Physik und Umweltpaten die nötige Sicherheit zu geben, dass ihre Projekte weiterhin finanziell gesichert sind“, so Stadler. Berliner, die sich selbst einbringen möchten, erhalten weitere Informationen und die Kontaktdaten auf der Homepage der Bürgerstiftung.

Spenden der S-Bahn Berlin in Höhe von insgesamt 400 000 Euro


Mit Spendenschecks in Höhe von insgesamt 400 000 Euro hat die S-Bahn Berlin im Oktober vier Berliner Wohltätigkeitsorganisationen bedacht. Jeweils 100 000 Euro erhielten die Berliner Stadtmission, die Deutsche Rheuma-Liga Berlin, die Bürgerstiftung Berlin sowie das Christliche Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“, die sich allesamt über die überraschende finanzielle Zuwendung freuten.

Die S-Bahn Berlin möchte mit der Spende wichtige Projekte in der Stadt nachhaltig fördern und gleichzeitig ihrem Bedauern für die Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr Ausdruck verleihen.

Was die Spendenempfänger mit dem Geld auf die Beine stellen, zeigt punkt 3 in einer Serie. In den vergangenen Ausgaben wurde bereits über die Eröffnung von Deutschlands zweitgrößter „Arche“ in Reinickendorf und der "Berliner Stadtmission", die gemeinsam mit IN VIA kath. Mädchensozialarbeit im Erzbistum Berlin e.V. auch die Bahnhofsmission am Hauptbahnhof Berlin betreut, berichtet.


Text/Foto: Claudia Braun/Sophie Aigner

Was die weiteren 100 000 EUR
Spendenempfänger vorbereiten:


Die Berliner Stadtmission, die gemeinsam mit INVIA die Bahnhofsmission im Hauptbahnhof betreibt, hat deren Öffnungszeiten ausgedehnt. Die Einrichtung ist nun vier Stunden länger, von 8 bis 22 Uhr, geöffnet.

Das Christliche Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“ konnte durch die Spende der S-Bahn Berlin im Dezember eine neue Einrichtung in Reinickendorf, Teichstraße 50, sanieren und eröffnen, in der täglich 40 bis 50 Kinder aus sozialschwachen Familien nach der Schule betreut werden.

Die Deutsche Rheuma-Liga Berlin konnte mit der Spende der S-Bahn Berlin den ersten Schritt für ein Therapie-, Selbsthilfe- und Begegnungszentrum realisieren, das die Rheuma-Liga für die Betroffenen in der Stadt zentral in Tempelhof aufbauen will. Am bisherigen „Knotenpunkt“ Steglitz bleibt ein Bezirkstreffpunkt bestehen.

Homepage - Bürgerstiftung